Seit ich vor ungefähr anderthalb Jahren damit begonnen habe, mal ein paar neue Spiele auszuprobieren, hab ich ein paar tolle Sachen gefunden, also z.B. gerade Spiele, die ich früher nicht angeschaut hätte, weil das Genre zu weit weg ist von meiner Comfort-Zone.
In die Kategorie konnte Days Gone nie fallen. Open World, Zombies … äh, Freakers … das war von Anfang an dazu bestimmt, zu passen.
Nachdem ich das Ganze dann aber Anfang 2024 im Sale für 15€ geschossen hatte, lag es erstmal rum. Wie so vieles. Wachsen der Pile of Shame tut. Noch ärgerlicher: Als ich es dann angespielt habe, so 3 Stunden vielleicht, hat es mich nicht so sonderlich überzeugt. Die Steuerung war mir zu sperrig, die Strukturierung der Erzählungen und die Menüs … die fucking Menüs! Die wirken so haltlos aufgebläht – dabei ist das Spiel echt nicht so arm an Umfang, dass das nötig wäre. Man könnte die Skills auf einem statt drei Bildschirmen anzeigen, sowas halt. Ist ein Konsolen-Port, da ist die Bedienung auch anders, das verstehe ich, aber man kann schon mal festhalten, dass es trotz anfänglicher Playstation-Exklusivität als First-Party-Spiel von Sony einfach nicht zu einem AAA-Titel gereicht hat. Dazu ist einiges ein wenig unrund, zu wenig gepolished oder halt einfach nicht erstklassig im eigentlich Sinne.
Aber was für ein geiles Spiel!
Es ist seit langem das erste, das mich mal wieder so richtig reinzieht. Bei vielen anderen Spielen hab ich oft einfach ein Interesse daran, wie die Geschichte weitergeht oder sogar einfach nur Lust, es zu schaffen, es durchzuspielen. Taskifizierung, hatte ich auch schon mal erwähnt. Days Gone hingegen schafft, mich als jemanden, der selten mehr als eine halbe Stunde am Stück ein Spiel spielt, dazu zu veranlassen, die Nachtruhe nach zwei Stunden nochmal um eine zu verzögern, weil ich doch noch so viel vorhatte. Es hat vielleicht nicht die allerbeste Story, aber sie ist echt ok und ich finde, dass gerade der Protagonist Deacon St. John nach anfänglicher Blässe enorm sympathisch wird und auch seine Freundschaft mit Boozer … das ist alles nicht so schlecht, wie man vielleicht befürchten könnte, wenn man einfach nur von zwei Bikern liest, die durchs postapokalytische Oregon fahren und Zombies töten. Was sich immer blöd liest, aber hier echt passt: Die Stimmung macht es. Man ist die ganze Zeit auf der Hut, man hat so ein richtig wohlig glaubhaftes Bedrohungsgefühl die ganze Zeit, es fühlt sich fast alles sinnvoll, wichtig und wertvoll an. Im Rahmen eines Spieles natürlich, schon klar. 🙂
Also ich hab mir jetzt echt lange Zeit damit gelassen, dem Ganzen eine Chance zu geben, aber inzwischen hab ich 40 Stunden reingebuttert und würde sagen, dass es eines von den besten Spielen ist, die ich in den letzten Jahren gespielt habe. Wie immer erzähle ich damit auch nichts, was nicht tausend andere schon gesagt haben, aber ich halte das hier ja auch ein bisschen für mich selber fest.
Kleiner Nachtrag: Das Passwort für den letzten Blogeintrag ist Nachbarin (Das wird sicher bald wieder verschwinden, ihr werdet es nach dem lesen sicher verstehen).